HVD greift das Gesprächsangebot von Bundesinnenminister Seehofer auf

Navigation
Pressekontakt
Im Grundgesetz sind Religionsfreiheit sowie Gleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften verankert.
Im Grundgesetz sind Religionsfreiheit sowie Gleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften verankert.

Beitragsbild: gyst | CC BY-ND 2.0 Generic

Horst Seehofer will eine gesellschaftliche Debatte über Religion und Staat anstoßen. Der Humanistische Verband Deutschlands begrüßt diesen Vorstoß und fordert eine stärkere Berücksichtigung der Interessen nicht-religiöser Menschen in der politischen Entscheidungsfindung.

Durch das Grundgesetz ist die Bundesrepublik Deutschland als weltanschaulich neutraler Staat konstituiert. Artikel 140 schreibt die Gleichbehandlung von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften vor. Die gesellschaftliche und politische Realität sieht hingegen anders aus: Vor allem die christliche Religion und die traditionellen Kirchen bleiben stark privilegiert. Religionsfreie Menschen und ihre Interessenvertretung werden in die politische Debatte viel zu wenig eingebunden. Der Humanistische Verband Deutschlands als anerkannte Weltanschauungsgemeinschaft hat deshalb in einem Schreiben das Bundesinnenministerium dazu aufgefordert, bei den geplanten Gesprächen über die Kooperationsbeziehungen zwischen dem Staat und den Kirchen auch andere Weltanschauungsgemeinschaften als Vertreter*innen der wachsenden Zahl nichtreligiöser Menschen in Deutschland einzubeziehen. Seehofer hatte Ende August zu einer breiten Debatte zu diesem Thema aufgerufen. Auf Nachfrage teilte sein Ministerium mit, dass es Gespräche mit Vertreter*innen der Kirchen und der muslimischen Verbände geben solle.

Über ein Drittel der in Deutschland lebenden Bevölkerung gehört keiner Religionsgemeinschaft an. In den Großstädten ist ihr Anteil noch weit höher“, sagt Grit Lahmann, Geschäftsführerin des HVD Bundesverbandes. „Es ist längst überfällig, dass die Interessen religionsfreier Menschen bei der Diskussion über ethische Fragen und das Zusammenleben in unserer Gesellschaft stärker berücksichtigt werden. Sowohl die Struktur der Zusammenarbeit zwischen Staat und Weltanschauungsgemeinschaften wie auch die staatliche Förderung müssen die Pluralität der religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisse widerspiegeln. Der HVD steht hier als kompetenter Gesprächspartner zur Verfügung.“

Inhalt teilen

Unsere letzten Pressemitteilungen

Irreführende Verknüpfung in der Anhörung zur Suizidhilfe im Rechtsausschuss

Der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages hat seine Anhörung am 28. November mit dem verqueren Titel „Sterbebegleitung/Suizidprävention“ überschrieben. Damit folgt er der Agenda der bisher größten interfraktionellen Gruppe von Abgeordneten um Castellucci, die sich erneut für ein weitgehendes Verbot von Suizidhilfe stark machen, also eine Neuauflage des im Jahr 2020 durch das Bundesverfassungsgericht gekippten Strafbarkeitsparagrafen 217 anstreben. Gleichzeitig haben die Wortführer*innen einen Antrag zur Suizidprävention eingebracht. Durch dieses Junktim zur Sterbebegleitung und Suizidprävention lenkt die Abgeordnetengruppe von ihrer verfassungswidrigen Strafrechtsnorm ab. Zudem bedeutet der vom Rechtsausschuss aus der Palliativ- und Hospizversorgung übernommene Begriff „Sterbebegleitung“, dass Hilfe beim Sterben unheilbar Kranker geleistet wird. Hingegen geht es beim Gesetzgebungsverfahren in den Entwürfen um Suizidhilfe in jeder Lebenslage. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) kritisiert dieses strategische Ablenkungsmanöver von Castellucci u. a. aufs Schärfste und warnt die anderen Abgeordneten, sich hiervon irreführen zu lassen.

Weiterlesen »
Scroll to Top