HVD begrüßt den Marsch für ein säkulares Europa

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Demonstration in London soll auf religiöse Privilegierungen sowie den politischen und ökonomischen Einfluss des Vatikans in Europa aufmerksam machen.

Am kommenden Samstag wird in der britischen Hauptstadt der Marsch für ein säkulares Europa stattfinden. Am Vormittag soll der Marsch für rund zwei Stunden durch die Londoner Innenstadt führen, um nahe der Downing Street mit einer Abschlusskundgebung zu enden.

„Wir begrüßen die Initiative in Großbritannien sehr“, nahm gestern Frieder Otto Wolf für das Präsidium im Humanistischen Verband Deutschlands (HVD) Stellung. „Es besteht weiterhin ein dringender Bedarf, auf die dabei angesprochenen Themen aufmerksam zu machen“, sagte Wolf weiter.

Die Demonstration soll für ein erhöhtes Bewusstsein in Hinsicht auf die zentrale Bedeutung der Religions- und Gewissensfreiheit sowie der Meinungs- und Redefreiheit für die europäischen Gesellschaften sorgen. Die teilnehmenden Menschen wollen außerdem für ein weiteres Eintreten für die Gleichberechtigung von Frauen und Menschen mit nichthetereosexueller Identität in der Europäischen Union, das Recht auf selbstbestimmte Reproduktion, allgemeine Gesetze ohne Ausnahmen religiöser Art und die staatliche Neutralität im Bereich von Religion und Weltanschauung werben. Das Ziel ist die Entwicklung eines demokratischen, offenen und gerechten Europas, das immun gegen heimliche Einflussnahme von Organisationen religiöser oder anderer Natur ist.

Die Proteste werden Kritik am privilegierten Status der Kirchen nach Artikel 17 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union, den privilegierten Status religiöser Organisationen in der Politik und im Gesetz wie auch an der Existenz staatlich finanzierter Konfessionsschulen ausdrücken. Sie richten sich zudem gegen den besonderen Status des Vatikans bei den Vereinten Nationen, seine ökonomische Privilegierung und seinen politischen Einfluss.

Frieder Otto Wolf betonte, dass die Proteste in London keine Verbannung von weltanschaulichen Auffassungen aus der Öffentlichkeit anstreben. Wolf: „Der Marsch wirbt vielmehr dafür, dass einseitige Privilegierung durch faire Gleichbehandlung ersetzt wird und illegitime Zustände durch aus aufgeklärter und säkularer Perspektive notwendige Reformen endlich beseitigt werden.“

Initiatoren des Marsches für ein säkulares Europa sind die British Humanist Association und die National Secular Society. Die Dachverbände International Humanist and Ethical Union und die European Humanist Federation unterstützen das Ereignis. Sie repräsentieren mehrere Dutzend säkularer und humanistischer Organisationen aus vielen Ländern Europas, darunter den HVD.

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