Benachteiligung verdient weder Toleranz noch Respekt

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Humanistischer Verband zum Internationalen Tag der Menschenrechte.

„Weder große Hoffnung noch Ignoranz darf die Benachteiligung von Menschen rechtfertigen“, sagte Frieder Otto Wolf als Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD) gestern mit Blick auf den Internationalen Tag der Menschenrechte. Dieser findet am Samstag zum 63. Mal statt.

Wolf plädierte deshalb gegenüber allen humanistisch eingestellten Menschen dafür, sich erneut mit den fundamentalen Prinzipien zu beschäftigen, auf denen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte fußt. Er erinnerte daran, dass die Erklärung und auch die aus ihr entstandenen Vereinbarungen zwischen den Nationen und Völkern von einer Übereinkunft geprägt ist, die unter dem Eindruck der schrecklichen Folgen menschlichen Tuns entstanden ist.

„Deshalb sollten wir nie aufhören, auf die Menschen um uns herum zu schauen, die wegen der Hoffnung, Ziele oder Ignoranz anderer eine Benachteiligung erfahren. Und wir sollten auch immer ohne Scheu offen und kritisch prüfen, wo sich Hoffnung und Ignoranz zur großen Illusion entwickelt. Denn aus solcher Illusion wächst der Wahn und aus ihm die Gefahr. Und wenn wir hier die Menschen um uns herum ignorieren und in unserer Achtung nachlassen, könnten wir es sein, die eines Tages wegen der Ignoranz oder zur großen Illusion gewordenen Hoffnung anderer benachteiligt werden“, so Wolf weiter.

Die in der UN-Menschenrechtserklärung festgehaltenen Rechte sprechen eine klare Sprache und brauchen keine Deutung, die die Fähigkeit der Menschen zur demokratischen Willensbildung und Einigung auf Basis der menschlichen Vernunftfähigkeit abstreiten und in Frage stellen wollen. Wolf: „In jedem Fall verdient Benachteiligung wider die zentralen Ideen der Menschenrechtserklärung weder Toleranz noch Respekt.“

Frieder Otto Wolf verwies auch auf die Rede, welche die US-Außenministerin Hillary Clinton am Dienstag aus Anlass des Tags der Menschenrechte vor den Vereinten Nationen hielt. In ihrer Rede rief sie dazu auf, dem globalen Problem der sozialen Benachteiligung oder gewaltsamen Verfolgung von homo- und transsexuellen Menschen die dringend nötige Aufmerksamkeit zu schenken. „Hier sollten auch wir mit aller Kraft und konsequent den Grundsätzen der UN-Menschenrechtserklärung und den auf ihr fußenden Gedanken ihre Geltung verschaffen“, so Wolf. Dabei sollten Humanistinnen und Humanisten stets zusammenarbeiten, mit konfessionsfreien wie auch gläubigen Menschen.

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