Die Menschenrechte sind humane Minima

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Frieder Otto Wolf rief dazu auf, sich wieder klar zu machen, dass die Menschenrechte zu den unverzichtbaren Grundsätzen unserer Zivilisation zählen.

Zum Tag der Menschenrechte hat Frieder Otto Wolf, Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands, gestern Abend in Berlin dazu aufgerufen, die Grundsätze der UN-Menschenrechtserklärung konsequent als humane Minima zu begreifen: „Wir sollen uns heute daran erinnern, dass die Erhebung von Ansprüchen auf Basis der universellen Menschenrechte nicht ein positives Ideal von menschlicher Kultivierung darstellt, sondern deren Fundament sichern soll.“

Wolf machte seine tiefe Trauer darüber deutlich, dass es trotz aller kulturellen Evolution bis in die Gegenwart nicht gelungen sei, den Erklärungen der Menschenrechte in der völkerrechtlichen, globalgesellschaftlichen und nationalen Realität das Gewicht zu verleihen, welches für eine wirkliche Humanisierung der Gesellschaften nötig wäre.

„Die Entwicklungen auf wissenschaftlicher, technologischer oder ökonomischer Ebene konnten aus meiner Perspektive bislang allenfalls dabei helfen, barbarische Rückfälle in den Kulturen zu begrenzen. Teilweise wurden mit diesen Entwicklungen Missstände sogar verschärft oder erst hervorgerufen. Geplante soziale Fortschritte, die aus humanistischer Sicht uneingeschränkt begrüßenswert sind, bilden auch heute nur Einzelfälle“, so Wolf weiter.

Der Geltungsanspruch der universellen Menschenrechte, wie er nach den vielfachen und nicht zu vergessenden Schrecken der letzten hundert Jahre von der Völkergemeinschaft formuliert und deklariert worden ist, werde bis zum heutigen Tage immer wieder negiert, grundsätzlich bezweifelt oder schlicht auch einfach für beliebig verhandelbar erklärt. Politisch, wirtschaftlich und religiös motivierte Interessen spielten hier regelmäßig und oft eine maßgebliche Rolle, sagte Wolf.

„Die Konsequenzen zeigen sich nicht nur in den medial groß aufgeführten Verbrechen Einzelner oder kleiner Gruppen, sondern auch im alltäglichen Elend in den Städten unserer Länder. Rund um unseren ganzen Planeten spannt sich ein Zeugnis der schrecklichen Gleichgültigkeit gegenüber den humanen Minima.“

Er plädierte deshalb gestern gegenüber allen humanistisch denkenden Menschen dafür, sich die fundamentale Bedeutung der allgemeinen Menschenrechte immer wieder zu vergegenwärtigen. Nur so könne die ungeheure Aufgabe ihrer Durchsetzung und Sicherung bewältigt werden, der sich täglich weltweit die kleinen Gemeinschaften von engagierten Menschenrechtsverteidigern widmen.

Frieder Otto Wolf: „Wir müssen uns selbst und unsere Nächsten über die unzähligen Missstände bei der Sicherung der Mindeststandards eines menschenwürdigen Daseins nicht nur nachhaltig informieren. Wir müssen die Ablehnung und die Gleichgültigkeit gegenüber den Menschenrechten endlich wieder in aller Klarheit als das verstehen und auch als das darstellen, was es ist: Eine radikale und gefährliche Ignoranz, wenn nicht sogar ein Angriff auf die zentralen Grundsätze unserer Zivilisation. Dem muss in einer entsprechenden Weise widerstanden werden.“

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