Säkularer Humanismus 2013

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Neujahrsbotschaft von Helmut Fink, Vizepräsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands.

Auch im vor uns liegenden, noch jungen Jahr bewährt sich die zweifache Einsicht: Das Leben ist mehr als der Humanismus, und der Humanismus ist mehr als der Humanistische Verband.

Denn eine Weltanschauung – und sei sie noch so aufklärerisch – kann nur Maßstäbe zur Gestaltung des Lebens liefern, nicht aber das Leben neu erfinden. Das gilt auch für den Humanismus. Und eine Organisation kann nur Interessen bündeln und Menschen verbinden, nicht aber einziger Garant ihrer Maßstäbe sein. Das gilt auch für den HVD.

Soweit die Mahnung des Realismus und der Bescheidenheit. Doch bleibt bei alledem ein unerledigter Rest, eine unabweisbare Aufgabe: Die Grenzen auszuloten, die uns als Humanisten gesetzt sind; die Chancen zu nutzen, die uns die säkulare Gesellschaft bietet; und den Einfluss auszuüben, den uns das bessere Argument verschafft. Allzu oft noch bleibt der Humanismus – zumal der organisierte – hinter seinen Möglichkeiten zurück. Dafür gibt es keinen wirklich guten Grund.

Es gibt keinen Grund, beschämt zu schweigen, wenn andere ihren Glauben bekennen. Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken, wenn andere sich auf ihre Jahrtausende alten Traditionen berufen. Und es gibt keinen Grund, abseits zu stehen, wenn andere ihre Rechte nutzen.

Unsere Rechte fordern auch wir. Dies erfordert zielgerichtete Arbeit, im eigenen Verband, inmitten der Gesellschaft und die Politik hinein. Denn eine gute Weltanschauung verdient eine gute Organisation. Und mehr als das: Nur durch Arbeit am Ziel der Gleichbehandlung kann erreicht werden, dass unsere Werte im Bildungssystem, in der Kindererziehung, in den Medien, in der Sozialarbeit wirksam werden. Wer hier blockiert, begeht einen historischen Irrtum.

Die Grundlagen des säkularen Humanismus sind stark und tragfähig. Verlässliches und nachprüfbares Wissen über die Welt, Sinn für die Freiheit des Einzelnen genauso wie für die Lebensgrundlagen aller, Vernunft und Gefühl mit Maß und Ziel, Menschenrecht als Leitidee, Aufklärung ohne Befangenheit, Orientierung ohne Frömmelei.

Wir vertreten die Grundwerte der Gegenwart. Ein humanistisches Lebensgefühl erfasst die Leistungen der Kultur als Menschenwerk mit Glücksanspruch und nicht als Märchenwelt mit Heilsversprechen. Diese Sicht entschlossen zu vertreten, mit offenem Visier und freundlichem Blick, bringt uns und andere voran.

Und macht es nicht Spaß, im Wettlauf der Ideen die Nase vorn zu haben? Frischauf, voran mit frohem Mut und wachem Sinn!

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