Schweigen schafft kein Vertrauen

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HVD: Koordinationsrat der Muslime in Deutschland muss sich vom Vorgehen der türkischen Staatsgewalt gegen die Proteste im Land eindeutig distanzieren.

„Es gibt keine Rechtfertigung für die erschreckende Gewalt, mit der die Staatsgewalt gegen die Proteste in der Türkei vorgeht. Was dort geschehen ist, ist mit europäischen Grundwerten unvereinbar.“

Das hat Frieder Otto Wolf, Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands, am Mittwochmorgen in Berlin betont. Wolf rief die im Koordinationsrat der Muslime in Deutschland versammelten Organisationen dazu auf, unmissverständlich gegen die Gewalt und den autoritären Kurs des türkischen Regierungschefs Stellung zu beziehen.

„Es genügt nicht, allgemeine Aufrufe zur Besonnenheit und Friedfertigkeit zu formulieren, wenn auf friedliche Protestkundgebungen in einem Land mit einer großen Mehrheit an muslimischen Gläubigen eine massive staatliche Gewalt antwortet“, so Frieder Otto Wolf weiter. Er zeigte sich schockiert von den Bildern der Menschen in der Türkei, die seit über zwei Wochen die Ereignisse im Land protokollieren.

Wolf: „Alle europäischen Muslime, die die grundlegenden Ideen und Prinzipien unserer Staatengemeinschaft als verbindlich empfinden, müssen auf diese Politik von Recep Erdoğan mit Abscheu und Entsetzen reagieren.“ Es sei deshalb unverzichtbar, dass auch die Vertreter der in Deutschland lebenden Muslime sich eindeutig gegen das Vorgehen der türkischen Regierung positionieren. „Schweigen schafft hier kein Vertrauen, wenn die Führung einer von der muslimischen Glaubenskultur stark geprägten Gesellschaft so mit den Menschen umgeht, die ihre Unzufriedenheit mit den Verhältnissen deutlich machen.“

Er erinnerte schließlich auch daran, dass die sich derzeit in der Türkei zeigenden Ereignisse unter anderem ein Abbild grundlegender Krisenlagen darstellen. „Wir sollten beim Nachdenken über Ursachen und Lösungen für die erschreckenden Prozesse nicht übersehen, dass das weltweit neu gewachsene Bedürfnis nach vereinfachten Ansichten und die Abneigung gegen freiheitliche Verhältnisse ein Ergebnis von sozialen Zuständen ist, für die den Menschen ganz einfach das Verständnis fehlt.“

Hier seien die gläubigen wie nichtgläubigen Menschen gleichermaßen gefordert, so Wolf, um einen Rückfall der Gesellschaften in dunkle Zeitalter zu verhindern.

„Vor allem aber ist es jetzt notwendig, dass gerade die Glaubensgeschwister von Recep Erdoğan entschieden ein Ende des repressiven Vorgehens gegen die Kritiker der türkischen Regierung einfordern. Nur so kann die Grundlage für einen Dialog zwischen den Gemeinschaften erhalten werden. Wer die unbedingte Achtung der Menschenrechte verloren gibt, lässt es schwer werden, Respekt für seine Überzeugungen einzufordern.“

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