Zeit der Lichtfeste: Den wahren Zauber der Feiern entdecken

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Beginn der Zeit der Lichtfeste: Frieder Otto Wolf, Präsident des Bundesverbandes, ruft dazu auf, sich nicht den Blick auf die wirklichen Quellen des Glücks verstellen lassen.

Botschaft von Frieder Otto Wolf, Präsident des Bundesverbandes, zum Beginn der Zeit der Lichtfeste:

Liebe Humanistinnen und Humanisten,

ein chinesisches Sprichwort lautet: Der reiche Mann denkt an die Zukunft, der arme an die Gegenwart. Und eine Grundfrage humanistischer Weltanschauung, also unseres Denkens und Handels, ist ja seit jeher: wie wollen wir morgen leben? Soweit das Sprichwort also stimmt, ist es erforderlich, dass wir der Antwort auf diese wichtige Frage eine Basis geben.

Ich wende mich deshalb heute an euch, damit wir nun in den vor uns liegenden Wochen darüber nachdenken können, was uns so reich werden lässt, dass wir alle gemeinsam an die Zukunft denken können. Und auch auf eine Weise, die von Angst und Sorge ein Stück weiter befreit ist. Denn es heißt ebenfalls: Wer die Zukunft nur mit Furcht erwartet, impft sie mit Schrecken. Und solch ein morgen will ja niemand von uns, für niemanden.

Doch zunächst liegt nun erneut eine besondere Zeit vor uns. In der wir eine Gelegenheit dazu sehen können, eine Grundlage, ein wirkliches Fundament, zu schaffen, das uns durch das kommende Jahr tragen kann. Doch woraus kann dieses Fundament bestehen?

Ich denke keineswegs, dass ein solches Fundament dadurch gewonnen werden kann, dass wir vor den großen Krisen der Gegenwart einfach die Augen verschließen und uns von einer gemachten Fröhlichkeit einlullen lassen. Aber jede und jeder hat doch sein eigenes Leben und die übrige Menschheit hat gar nichts davon, wenn wir dieses eigene Leben einfach vergessen. 

Ich denke, da ist es richtig, sich wieder mal bewusst eine ganz einfache Frage zu stellen: Woran mangelt es mir in meinem Leben, damit ich selber Glück finden und anderen wirklich weiterhelfen kann, was fehlt mir ganz besonders, um im eigenen Leben auf eine Weise erfolgreich zu sein, die nicht ein weiteres Problem schafft, sondern zur Lösung der Probleme beiträgt: Ist es Zeit? Liebe? Freunde? Ruhe? Geld? Verständnis? Oder Zuversicht? Fehlt gar eine echte, tragfähige Perspektive für die persönliche Zukunft?

Ich bin mir sicher, fast jeder von uns hat schon solch ein Fehlen verspürt. Und für die meisten von uns wird es wahrscheinlich in Zukunft wieder Momente und sogar Tage geben, in denen wir einen derartigen Mangel in der eigenen Lebensführung oder in einer anderen Sache ganz deutlich erfahren. Da sind wir dazu aufgerufen, uns nicht mit dem Schlechten abzufinden, sondern immer wieder damit zu beginnen, den Weg in ein gutes Leben zu finden.

Deshalb glaube ich, dass die nächsten Wochen sich sehr gut dazu eignen, dass wir uns nicht einfach von dem Trubel mitreißen und erdrücken lassen – diesem strahlenden und klingelnden, duftenden und gluckernden, gehetzten und überfüllten Trubel, dem ja neben anderem schon pointiert nachgesagt wurde, er stelle den Orgasmus des Kapitalismus dar.

Denn wenn wir etwa einen Blick auf die Natur um uns herum werfen, können wir ganz andere Dinge wahrnehmen. Dann stellen wir fest, was offenkundig ist und doch zu oft übersehen wird: Nicht nur winterliche Kälte und Dunkelheit haben in unsere Leben wieder Einzug gehalten. Fauna und Flora folgen hier dem jahrmillionenalten Rhythmus der Natur, dem sich nur Menschen entziehen können oder entziehen zu können glauben.

Doch entziehen wir uns selbst diesem Rhythmus – oder ist da etwas, das uns ihm entzieht? Warum können auch wir nicht einmal richtig zur Ruhe kommen? Werden wir, wenn die Tage wieder länger werden, uns eher erschöpft und übersättigt fühlen? Oder erfüllt von neuer Kraft und Zuversicht, guten Plänen und Zielen, die wir ja brauchen werden.

Das liegt letztlich in unserer eigenen Hand, wenn wir uns ernsthaft fragen, was wir wirklich tun können. Dann werden wir auch immer wieder konkrete Antworten auf diese Frage finden.

Denken wir also einmal darüber nach: Was wollen wir eigentlich selber, alleine und mit den uns Vertrauten zusammen? Lassen wir uns nicht einfach vom Trubel dieser großen Verkaufszeit mitreißen, nutzen wir die dunkler gewordenen Tage einfach anders – nämlich, um herauszufinden, an was es uns wirklich fehlt. Und uns jeder für sich und gemeinsam die Frage zu stellen: Was kann ich tun, was können wir tun, um diesen Mangel abzustellen? Geht es noch jemandem wie mir oder uns, und was können wir dann gemeinsam erreichen?

Lassen wir uns in den nächsten Wochen nicht wie gewohnt überhäufen, sondern machen wir uns frei von dem Unnötigen und Überflüssigen: Unterscheiden wir echte eigene Bedürfnisse von fremdgemachten Wünschen. Sorgen, die wir nicht haben müssen, können wir abstreifen. Bequeme Gewohnheiten können uns dabei behindern. Auch hier sind wir herausgefordert, sorgfältig zu prüfen: Lassen wir ab von Gewohnheiten, die wir eigentlich nicht teilen wollen.

Auf was können wir alles verzichten, ohne uns ärmer zu fühlen? Was also lässt uns reicher sein, ohne uns ärmer zu machen? Übersehen sollten wir dabei auch nicht diejenigen, die weniger haben als wir. So wird unser eigenes Leben an Raum dafür gewinnen, um uns um die wirklich wichtigen Dinge zu kümmern – bei denen wir im vor uns liegenden Jahr keinen oder weniger oft Mangel verspüren wollen. Um eine erste oder noch bessere Antworten auf die Frage zu finden, wie wir denn „morgen“ leben wollen.

Soweit es gelingt, dass wir uns in den nächsten Tagen ein Stück weit diesem Trubel des vorweihnachtlichen Alltags entziehen und uns den Blick auf wirkliche Quellen unseres Glücks nicht verstellen lassen, können wir auch den wahren Zauber der Feiern zur Zeit der Lichtfeste wieder entdecken: die erneuerte Gemeinschaft mit Familie und Freunden, große Tatkraft und gute Hoffnungen, neue Perspektiven und den Reichtum, wieder mehr an die Zukunft denken zu können und nicht nur an heute oder morgen. Und wenn dann erst der kürzeste Tag des Jahres hinter uns liegt, wenn das Tageslicht wieder mehr wird, werden wir diesen wirklich guten Anlass sicherlich genießen und ihn würdig feiern können.

Ich wünsche Euch allen von Herzen, dass es gelingt, Euch selber eine ruhige und besinnliche Zeit der Lichtfeste zu schaffen! Bedenkt, was Ihr selber wirklich wollt und lasst Euch nicht darin beirren, ein Leben zu führen, mit dem Ihr selber zufrieden seid!

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