„Als Humanisten begrüßen wir die Vielfalt“

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Aufruf: Bundestag soll Enquete-Kommission zum Thema „Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe“ einrichten.

Bereits mehr als zwei Dutzend Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft haben den im Januar vorgestellten Aufruf der Jungen Islam Konferenz unterzeichnet. Zu den Unterstützern des Aufrufs gehört auch Frieder Otto Wolf, Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands.

Die Aufgabe der künftigen Enquete-Kommission soll sein, Leitbilder für die vielfältige Einwanderungsgesellschaft und Konzepte für eine chancengleiche Teilhabe aller in Deutschland lebenden Menschen zu entwickeln.

Esra Kücük, Leiterin der Jungen Islam Konferenz (JIK), sagte zur Vorstellung des Aufrufs: „Die in der Mitte der Gesellschaft zunehmende Abwertung von Minderheiten und der europaweite Zulauf zu rechtspopulistischen Parteien zeigt, dass wir für das Zusammenleben und den Zusammenhalt in Deutschland richtungweisende und tragfähige gesellschaftspolitische Leitbilder benötigen.“

Angestrebt wird eine überfraktionelle Arbeitsgruppe, die sich dem Wandel Deutschlands zu einer Einwanderungsgesellschaft widmen sowie nachhaltige und zukunftsträchtige Lösungsansätze für die Herausforderungen dieses Wandels entwickeln soll. Zur Einrichtung der Enquete-Kommission wird die Zustimmung eines Viertels aller Mitglieder des Deutschen Bundestages benötigt. Seit 1971 wurden bislang insgesamt 27 Enquete-Kommissionen vom Bundestag eingesetzt.

Zur Unterzeichnung des Aufrufs für eine Enquete-Kommission „Vielfalt und gesellschaftliche Teilhabe“ erklärte Frieder Otto Wolf: „Als Humanisten begrüßen wir die Vielfalt einer offenen Einwanderungsgesellschaft als Chance und möchten dazu beitragen, dass auch andere dies so verstehen. Menschen, die in unserem Land eine neue Heimat gefunden haben und diejenigen, die bei uns Schutz suchen vor der Bedrohung ihres Lebens oder grundlegender Menschenrechte, sind uns willkommen. Bei der gemeinsamen Gestaltung und Verantwortung unseres Zusammenlebens sollten wir uns leiten lassen von den universalen Menschenrechten und von den grundlegenden moralischen und ethischen Prinzipien, die in allen hochentwickelten Kulturen anerkannt sind oder waren.“

Ins Leben gerufen wurde die Junge Islam Konferenz 2006 auf Initiative der Mercator Stiftung und der Humboldt-Universität zu Berlin als ein bundesweites Dialogforum und Multiplikatorennetzwerk junger Menschen im Alter von 17 bis 25 Jahren.

Ziel der JIK ist, dass Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Migrationshintergrund sowie mit und ohne religiösen Glauben in einen gemeinsamen interkulturellen Dialog treten. Gefördert werden sollen so das gegenseitige Verständnis und Toleranz, welche Grundlagen für ein gelingendes Zusammenleben darstellen.

Die JIK-Bundeskonferenz findet jährlich im Vorfeld der Deutschen Islam Konferenz statt und soll die Belange und Ideen junger Menschen gegenüber den Vertretern der Bundespolitik kommunizieren.

Zuletzt kamen im August und September 2013 rund 50 Schülerinnen, Schüler und Studierende aus ganz Deutschland in Berlin zusammen, um mit Planspielen Erfahrungen bei der Intervention in gesellschaftlichen Debatten zu gewinnen.

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