Bundesregierung darf Tötung von Atheisten nicht tolerieren

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Nach Mordserie an nichtreligiösen Bloggern in Bangladesch: Humanistischer Verband ruft Vertreter der Bundesregierung zum stärkeren internationalen Engagement für die Religions- und Weltanschauungsfreiheit auf.

In einem Schreiben an Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sowie den Beauftragten für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe der Bundesregierung, Christoph Strässer, hat der Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands, Frieder Otto Wolf, die deutsche Bundesregierung zu einem stärkeren internationalen Engagement für die Religions- und Weltanschauungsfreiheit sowie das Recht auf freie Meinungsäußerung aufgerufen.

Anlass ist die Ermordung eines atheistischen Bloggers in Bangladesch am vergangenen Freitag. Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am 9. August 2015 berichtete, war eine Gruppe radikaler Islamisten nach dem Freitagsgebet in die Wohnung von Niloy Chakrabarty (alias Niloy Neel) in der Hauptstadt Dhaka eingedrungen und hatten den 40-Jährigen mit Macheten getötet. Die Ehefrau des Opfers musste hinter einer verschlossenen Tür die Todesschreie und das Hacken der Macheten mit anhören. Es war bereits der vierte Mord dieser Art in Bangladesch in diesem Jahr. Alle bisherigen Opfer hatten in Blogs oder auf Facebook religiös-fundamentalistische Bewegungen in ihrem Land kritisiert und dafür Todesdrohungen von islamischen Hardlinern erhalten. Die Namen der bisher getöteten Blogger befinden sich auf einer Liste von 84 Personen, die Islamisten bei der Regierung eingereicht hatten und die sie wegen „Atheismus“ verfolgt sehen wollten. Zwei der von Angriffen und Morddrohungen unmittelbar betroffenen Personen aus Bangladesch, Asif Mohiuddin und Ananya Azad, konnten mit Hilfe der Hamburger Stiftung für politische Verfolgte vorübergehend in der Bundesrepublik Zuflucht finden.

Die neuerliche schockierende Tat hatten Humanisten weltweit mit deutlichen Worten verurteilt und die Regierung des Landes aufgerufen, die Religions- und Weltanschauungsfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung zu gewährleisten, sowie an die Botschaften anderer Staaten in Bangladesch appelliert, auf alle Hilfeersuchen säkularer Blogger oder Journalisten unverzüglich und ernsthaft zu reagieren. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon äußerte sich in einer Erklärung „tief besorgt“ über die grausamen Verbrechen und deren Auswirkungen auf die Ausübung der Redefreiheit in Bangladesch.

In seinem Schreiben bat Frieder Otto Wolf den Bundesaußenminister sowie den Beauftragten für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe „eindringlich, seitens der Bundesregierung diese systematischen Morde in Bangladesch zu verurteilen und Ihren Einfluss bei der Regierung von Bangladesch geltend zu machen.“ Darüber hinaus sollte sich die Bundesrepublik auch bei den Vereinten Nationen dafür einsetzen, solche Bluttaten international deutlich wahrnehmbar zu ächten, damit die Religions- und Weltanschauungsfreiheit  sowie das Recht auf freie Meinungsäußerung auch von nichtreligiösen Menschen in anderen Ländern wahrgenommen werden können.

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