Berlin, 27. Februar 2026. In seiner Einführung unterstrich Oberst i. G. Dr. Thorsten Weber, dass die Bundeswehr angesichts gesellschaftlicher Veränderungen und militärischer Bedarfe vor der Aufgabe steht, ihre Seelsorgestrukturen weiterzuentwickeln und dabei die demografischen Entwicklungen zu berücksichtigen. Das schließt eine Ausweitung des Angebotes ein, wie es gerade für muslimische Militärangehörige geschieht.
Der Humanistische Verband Deutschlands sieht sich organisatorisch und strukturell in der Lage, diesen Schritt auch für nichtreligiöse Soldatinnen und Soldaten mitzugehen. Katrin Raczynski, Vorstandssprecherin des Humanistischen Verbandes Deutschlands – Bundesverband, erklärte: „Mit unseren Landesverbänden von Berlin-Brandenburg über Hessen bis nach Baden-Württemberg verfügen wir über bundesweite Strukturen, fachliche Erfahrung und regionale Verankerung. Diese Voraussetzungen qualifizieren den Bundesverband für die Mitgestaltung eines humanistischen Seelsorgeangebots in der Bundeswehr.“
Internationale Erfahrungen stützen diesen Ansatz. Erwin Kamp, ehemaliger Leiter der Humanistischen Militärseelsorge in den Niederlanden, betonte: „Humanistische Militärseelsorge ergänzt bestehende Angebote, ohne sie zu verdrängen. Voraussetzung hierfür sind politischer Rückhalt und soziale Verankerung.“
Aus Sicht der Betroffenen besteht ein klarer Bedarf: „Ein Angebot, das die eigene weltanschauliche Haltung teilt, kann Vertrauen schaffen und Hemmschwellen abbauen“, schilderte Robert Pittorf, ehemaliger Mannschaftssoldat bei der Bundeswehr.


