Humanistische Militärseelsorge gehört in die Bundeswehr

Veranstaltung Militärseelsorge
v.l.n.r.: Jürgen Angelow, Sven Thale, Erwin Kamp, Robert Pittorf
Mit der Vorstellung des Sammelbandes „Beistand für alle: Humanistische Militärseelsorge in der Bundeswehr“ hat der Humanistische Verband Deutschlands – Bundesverband am Donnerstagabend in Berlin die Notwendigkeit einer zeitgemäßen, humanistischen Militärseelsorge sichtbar gemacht. Die Veranstaltung verdeutlichte, dass humanistische Seelsorge nicht als Gegenmodell, sondern als professionelle Ergänzung bestehender Angebote verstanden wird.

Berlin, 27. Februar 2026. In seiner Einführung unterstrich Oberst i. G. Dr. Thorsten Weber, dass die Bundeswehr angesichts gesellschaftlicher Veränderungen und militärischer Bedarfe vor der Aufgabe steht, ihre Seelsorgestrukturen weiterzuentwickeln und dabei die demografischen Entwicklungen zu berücksichtigen. Das schließt eine Ausweitung des Angebotes ein, wie es gerade für muslimische Militärangehörige geschieht.

Der Humanistische Verband Deutschlands sieht sich organisatorisch und strukturell in der Lage, diesen Schritt auch für nichtreligiöse Soldatinnen und Soldaten mitzugehen. Katrin Raczynski, Vorstandssprecherin des Humanistischen Verbandes Deutschlands – Bundesverband, erklärte: „Mit unseren Landesverbänden von Berlin-Brandenburg über Hessen bis nach Baden-Württemberg verfügen wir über bundesweite Strukturen, fachliche Erfahrung und regionale Verankerung. Diese Voraussetzungen qualifizieren den Bundesverband für die Mitgestaltung eines humanistischen Seelsorgeangebots in der Bundeswehr.“

Internationale Erfahrungen stützen diesen Ansatz. Erwin Kamp, ehemaliger Leiter der Humanistischen Militärseelsorge in den Niederlanden, betonte: „Humanistische Militärseelsorge ergänzt bestehende Angebote, ohne sie zu verdrängen. Voraussetzung hierfür sind politischer Rückhalt und soziale Verankerung.“

Aus Sicht der Betroffenen besteht ein klarer Bedarf: „Ein Angebot, das die eigene weltanschauliche Haltung teilt, kann Vertrauen schaffen und Hemmschwellen abbauen“, schilderte Robert Pittorf, ehemaliger Mannschaftssoldat bei der Bundeswehr.

Inhalt teilen

Unsere letzten Pressemitteilungen

Internationaler Frauentag: Errungenschaften der Gleichberechtigung verteidigen

Zum Internationalen Frauentag erinnert der Humanistische Verband Deutschlands daran, dass die Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen keine Selbstverständlichkeit sind. Gerade in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Unsicherheit geraten mühsam erkämpfte Rechte unter Druck. Der Verband ruft dazu auf, diese Errungenschaften aktiv zu verteidigen und Wege zu finden, mit den Herausforderungen der Gegenwart umzugehen – ohne in überholte Geschlechterrollen zurückzufallen.

Weiterlesen »
Nach oben scrollen