Mehr als 100 Organisationen fordern „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“

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Lydia Skrabania

Bundesreferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Beitragsbild: Wolfgang H. Wögerer | CC BY-SA 3.0 Unported

Ein breites Bündnis von mehr als 100 Organisationen, darunter der Humanistische Verband Deutschlands, fordert in einem gemeinsamen Appell die Bundestagsfraktionen und die Bundesländer auf, sich bis zur Sommerpause auf ein Gesetz zur Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz zu einigen, das den Ansprüchen der UN-Kinderrechtskonvention gerecht wird.

25. März 2021. Der Aufruf „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“, der anlässlich der für morgen angesetzten 1. Lesung im Bundesrat veröffentlicht wurde, kritisiert den von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf als unzureichend, da er keine Stärkung der Kinderrechte bedeute. Den Appell haben u.a. das Deutsche Kinderhilfswerk, UNICEF Deutschland, der Kinderschutzbund, die Deutsche Liga für das Kind und der Humanistische Verband Deutschlands (HVD Bundesverband) unterzeichnet.

Wörtlich heißt es im Appell: „Eine Grundgesetzänderung muss zu einer Verbesserung der Rechtsposition von Kindern in Deutschland beitragen. Sie darf in keinem Fall hinter die UN-Kinderrechtskonvention, Art. 24 der europäischen Grundrechtecharta und die geltende Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes zurückfallen, die spezifische Kinderrechte gegenüber dem Staat anerkennt. Dabei kommt es auf die Aufnahme von ausdrücklichen Kinderrechten in das Grundgesetz in einem eigenen Absatz an, da diese dem Kind unabhängig bei allem staatlichen Handeln zustehen. Eine unmittelbare Verknüpfung mit den Elternrechten würde zu einem vermeidbaren Konflikt zwischen Eltern- und Kinderrechten führen. (…) Wir fordern nun eine zügige Einigung unter Einbezug der Zivilgesellschaft einschließlich von Kindern und Jugendlichen, die diesen Eckpunkten Rechnung trägt. Denn Kinderrechte gehören ins Grundgesetz – aber richtig!“

„Dass Kinderrechte unabhängig von den Elternrechten ins Grundgesetz gehören, dass zeigt sich schon darin, dass Kindeswohlgefährdung und Kindesmissbrauch leider meist im familiären Umfeld geschehen“, erklärt Britta Licht, Bundesbeauftragte für Kinderrechte des Humanistischen Verbandes Deutschlands. „Wenn die Rechte von Kindern an die ihrer Eltern gekoppelt sind, finden Kinder hier nicht ausreichend Gehör; Probleme und Gefahren werden dann möglicherweise nicht erkannt und gebannt. Eine gesonderte Festschreibung der Kinderrechte im Grundgesetz ist also ein absolut wichtiger Schritt zur Stärkung der Kinderrechte in Deutschland.“

Die unterzeichnenden Organisationen fordern, dass folgende Elemente in der Formulierung zur Aufnahme der Kinderrechte im Grundgesetz enthalten sein sollten:

  • Das Recht des Kindes auf Anerkennung als eigenständige Persönlichkeit;
  • Die Berücksichtigung des Kindeswohls als ein vorrangiger Gesichtspunkt bei allen Entscheidungen, die Kinder betreffen;
  • Das Recht des Kindes auf Beteiligung, insbesondere die Berücksichtigung seiner Meinung entsprechend Alter und Reifegrad;
  • Das Recht des Kindes auf Entwicklung und Entfaltung;
  • Das Recht des Kindes auf Schutz, Förderung und einen angemessenen Lebensstandard;
  • Die Verpflichtung des Staates, für kindgerechte Lebensbedingungen Sorge zu tragen.

Der gemeinsame Appell „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“ mit einer Liste aller Organisationen kann hier heruntergeladen werden.

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