HVD für schnelle gesetzliche Regelung der PID

Navigation
Pressekontakt
Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) hofft auf schnelle gesetzliche Regelung der PID, die keinesfalls hinter die jetzige Rechtslage zurückfällt.

Die Interessenvertretung Konfessionsfreier unterstützt Bestrebungen, die Präimplantationsdiagnostik (PID) auch künftig in engen Grenzen zu erlauben. Paare, die durch schwere Erbkrankheiten vorbelastet sind und die ihren Kinderwunsch ausschließlich mittels künstlicher Befruchtung erfüllen können, sollten in Deutschland weiterhin die Möglichkeit der PID haben, d.h. die gezielte Diagnostik eines extrakorporal erzeugten Embryos auf schwere genetische Anomalien vor dessen Implantation. Der Bundesgerichtshof erklärte im Juli diese Praxis als mit dem Embryonenschutzgesetz vereinbar.

Als Reaktion auf dieses Urteil gibt es nun Bestrebungen, ein Moratorium einzusetzen, während dessen keine PID stattfinden dürfe. Der HVD hält dies für fatal: „Genetisch vorbelastete Paare, die auf künstliche Befruchtung angewiesen sind, müssen die Möglichkeit haben, auf eigenen Wunsch und ohne Druck das erbliche Krankheitsrisiko eines Embryos testen zu lassen, wenn dies medizinisch möglich ist“, so Frieder Otto Wolf, Präsident des HVD. „Der PID müssen allerdings strenge Grenzen gesetzt werden. Sogenannte Designerbabys, die z.B. auf bestimmte Augen- oder Haarfarbe abzielen, sind zum jetzigen Zeitpunkt allemal nicht machbar. Eine Gefahr sehen wir aber, wenn die Eltern ein bestimmtes Geschlecht ihres Kindes wünschen. Dies muss weiterhin verboten bleiben.“

Die betroffenen Familien und Mediziner benötigen Rechtssicherheit. Zur Selbstbestimmung einer werdenden Mutter gehört für den HVD auch die Möglichkeit, sich gegen die Einpflanzung eines Embryos zu entscheiden, der mit hoher Wahrscheinlichkeit an einer seltenen Erbkrankheit sterben oder seine Geburt nicht erleben wird.

Inhalt teilen

Unsere letzten Pressemitteilungen

Irreführende Verknüpfung in der Anhörung zur Suizidhilfe im Rechtsausschuss

Der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages hat seine Anhörung am 28. November mit dem verqueren Titel „Sterbebegleitung/Suizidprävention“ überschrieben. Damit folgt er der Agenda der bisher größten interfraktionellen Gruppe von Abgeordneten um Castellucci, die sich erneut für ein weitgehendes Verbot von Suizidhilfe stark machen, also eine Neuauflage des im Jahr 2020 durch das Bundesverfassungsgericht gekippten Strafbarkeitsparagrafen 217 anstreben. Gleichzeitig haben die Wortführer*innen einen Antrag zur Suizidprävention eingebracht. Durch dieses Junktim zur Sterbebegleitung und Suizidprävention lenkt die Abgeordnetengruppe von ihrer verfassungswidrigen Strafrechtsnorm ab. Zudem bedeutet der vom Rechtsausschuss aus der Palliativ- und Hospizversorgung übernommene Begriff „Sterbebegleitung“, dass Hilfe beim Sterben unheilbar Kranker geleistet wird. Hingegen geht es beim Gesetzgebungsverfahren in den Entwürfen um Suizidhilfe in jeder Lebenslage. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) kritisiert dieses strategische Ablenkungsmanöver von Castellucci u. a. aufs Schärfste und warnt die anderen Abgeordneten, sich hiervon irreführen zu lassen.

Weiterlesen »
Scroll to Top