Jin, Jîyan, Azadî – Solidarität und Unterstützung für die mutigen Frauen im Iran

Navigation
Pressekontakt
Erwin Kress

Vorstandssprecher des Bundesverbandes

52430062906_f5e994cf81_b
Anlässlich des Internationalen Frauentags ruft der Humanistische Verband Deutschlands dazu auf, den Kampf der mutigen Frauen im Iran gegen Diskriminierung, Gewalt und Unterdrückung tatkräftig und entschieden zu unterstützen. Um dem wütenden Mullah-Regime in Teheran die Gewährung selbst einfachster Menschenrechte abzutrotzen, müssen wir – und muss auch unsere Regierung – die Anstrengungen deutlich erhöhen.

Seit dem Tod von Jina Mahsa Amini im September 2022 reißen die Rufe „Jin, Jîyan, Azadî“ – „Frauen, Leben, Freiheit“ – im Iran nicht ab. Unter hoher Gefahr für Leib und Leben gehen Menschen im ganzen Land, angeführt zumeist von Frauen und Mädchen, auf die Straße und fordern das Ende der Islamischen Republik und ein gleichberechtigtes Leben im Iran. Sie kämpfen gegen die patriarchalische Unterdrückung, die der Frau nur die Hälfte des Wertes eines Mannes zuerkennt, gegen die islamische Unterdrückung, die Zwangsverschleierung und die Gewalt gegen Frauen in der Scharia.

„Frauen gelten nicht als gleichwertige Subjekte, sondern werden auf Objekte mit Reproduktionsfunktion reduziert. Das sexualisierte Frauenbild fungiert im Iran als politisches Machtmittel. Sexuelle Gewalt und Vergewaltigungen gelten als angemessene Strafe“, erklärt Christine Zunke, HVD-Bundesbeauftragte für Frauen* und Diversity. „Doch viele Männer im Iran solidarisieren sich mit den mutigen Protesten der Frauen, denn ihnen ist klar: Der Grad der Freiheit der Frau bestimmt den Grad der Freiheit aller!“

Der bedeutende Kampf gegen Unterdrückung und für elementare Grundrechte im Iran hat inzwischen das gesamte Land erfasst und einen Großteil der Zivilgesellschaft, unabhängig von Alter, Ethnie oder Geschlecht. „Diese beeindruckende Bewegung verdient unsere tatkräftige und entschiedene Unterstützung“, so Katrin Raczynski, Vorstandsmitglied des HVD Bundesverbandes. „Die bisherigen Aktivitäten der demokratischen Staaten reichen hier nicht aus – auch nicht die unserer Bundesregierung, die sich eine feministische Außenpolitik auf die Fahnen geschrieben hat: Eine Neuausrichtung der deutschen Iranpolitik, die die Einhaltung von Frauen- und Menschenrechten in den Fokus nimmt, ist überfällig. Vor allem braucht es eine starke Stimme, die Druck auf die iranische Regierung ausübt, um die Einhaltung der Menschenrechte zu erreichen.“

Zusammen mit dem Center for Human Rights in Iran fordert der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) von der iranischen Regierung:

  • Beenden Sie die Inhaftierung und Gewalt gegen Frauen, die grundlegende Rechte und Freiheiten im Iran einfordern!
  • Beenden Sie die körperliche und sexuelle Gewalt gegen inhaftierte Frauen und Demonstrierende!
  • Beenden Sie alle Hinrichtungen von politischen Gefangenen und heben Sie alle Todesurteile gegen Demonstrierende auf!

Die Bundesregierung muss den Verantwortlichen im Iran deutlich machen, dass für die permanente Verletzung der Menschenrechte auch persönliche Rechenschaft verlangt wird. Und sie muss die bekannten Verantwortlichen schon heute bestrafen, wo dies möglich ist. Dazu hat die UN-Menschenrechtskommission bereits im Herbst vergangenen Jahres beschlossen, die Menschenrechtsverletzungen im Iran zu dokumentieren.

Frauenrechte sind Menschenrechte – „Frauen, Leben, Freiheit!“

Inhalt teilen

Unsere letzten Pressemitteilungen

Tierethik: Humanistischer Freitagssalon am 3. Mai

Der Humanistische Freitagssalon am 3. Mai widmet sich humanistisch-philosophischen Perspektiven der Tierethik. Den Impulsvortrag hält Dorothea Winter, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humanistischen Hochschule Berlin. Die digitale Veranstaltung steht allen Interessierten nach Anmeldung offen.

Weiterlesen »

Humanistischer Verband Deutschlands hält Reform des Schwangerschaftsabbruchs für breit konsensfähig

In Deutschland werden innerhalb der Dreimonatsfrist jährlich ca. 96.000 Schwangerschaftsabbrüche straffrei vorgenommen. Dabei gilt nach Gesetz ab Einnistung der befruchteten Eizelle in den Uterus, dass diese bereits Würde- und Lebensschutz haben soll. Deswegen soll die Abtreibung gemäß Paragraf 218 StGB rechts- und sittenwidrig sein. Diese Widersprüchlichkeit in den Paragrafen 218 ff. StGB und die anachronistische Stigmatisierung von unerwünscht schwangeren Frauen sollen nunmehr gemäß einer aktuellen Kommissionsempfehlung moderat reformiert werden. Die Schritte dazu dürften auf einen breiten gesellschaftlichen Konsens treffen – wobei der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) sich noch weitergehende Vorschläge wünscht.

Weiterlesen »
Nach oben scrollen